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Mittwoch, 23.11.2011

Den Finanzmärkten fehlt Geld - und Vertrauen

Dort, wo normalerweise tagtäglich viel Geld fliesst, klemmt es derzeit gewaltig. Zwischen einzelnen Banken, zwischen Investoren und Banken, aber auch zwischen Staaten und Banken fliesst fast kein Geld mehr. In der Finanzwelt wachsen die Sorgen.
Anleger lassen sogar deutsche Anleihen liegen

Nicht nur die Problemstaaten der Eurozone kämpfen derzeit mit Schwierigkeiten auf dem Markt für Staatsanleihen. Auch als gute Gläubiger geltende Staaten wie Deutschland bekommen die Probleme zu spüren. Bei der Versteigerung neuer Bonds mit zehnjähriger Laufzeit fand sich am Mittwoch für gut ein Drittel der angebotenen Summe kein Abnehmer.  Mehr

Von Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler

Die Verspannungen auf den Finanzmärkten sind beträchtlich und werden immer grösser. Das zeigte sich zum Beispiel am Dienstag, als Spanien frisches Kapital aufnehmen wollte. Solche Staatsanleihen waren bis vor kurzem begehrt, weil sie als sichere Anlage galten. Banken, Versicherungen, Hedge-Funds - alle haben sie stets aufgekauft.

Doch das ist nicht mehr so: Mittlerweile machen viele dieser Investoren einen grossen Bogen um diese - eben nur vermeintlich sicheren - Anlagen. Gerade die Banken befürchten, sie würden sich mit noch mehr Staatspapieren nur noch mehr Risiken auf ihre Bücher laden - und schrecken davor zurück. Geldmarkt-Fonds aus den USA haben sich schon vor einiger Zeit aus dem europäischen Markt verabschiedet.

Im Fall von Spanien führt das dazu, dass das Mittelmeerland einen absurd hohen Zins von mehr als fünf Prozent bezahlen muss, um sich nur schon für die nächsten drei bis sechs Monate Geld zu borgen. Das zeigt, wie gross das Misstrauen auf den Finanzmärkten mittlerweile gegenüber ganzen Staaten geworden ist.

EZB muss in die Bresche springen
Die einzige Institution, die noch in die Lücke springt, ist die Europäische Zentralbank (EZB). Mittlerweile türmen sich bei ihr in Frankfurt Staatsanleihen im Wert von rund 200 Milliarden Euro. Für diese Stützungskäufe wurde die EZB scharf kritisiert. Doch die Kritiker sind leiser geworden: Immer mehr Finanzleute und Politiker sind offenbar froh, das sich wenigstens die EZB bemüht, Linderung zu bringen.

Derweil sucht aber auch die Politik nach Lösungen: Sie spannt Rettungsschirme auf, die aber zu klein sind, um auch grössere Staaten wie Italien oder Spanien zu retten. Sie verordnet den Banken ein dickeres Eigenkapitalpolster, ohne aber zu sagen, woher diese Milliarden kommen sollen. Und sie diskutiert immer neue Instrumente, wie etwa die so genannten «Eurobonds». Dabei handelt es sich um Gemeinschaftsanleihen aller Staaten, die das Problem der hohen Zinsen entschärfen sollen. Wie es scheint, ist der Befreiungsschlag damit aber noch nicht in Sicht. (ank/kobe)

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Die Schuldenkrise in Europa

Wegen der immensen Staatsschulden einiger europäischer Länder ist der Euro massiv unter Druck geraten. Trotz eines Milliarden-Rettungsschirms für Defizitsünder ist die Einheitswährung noch immer nicht über den Berg.  Mehr


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