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Freitag, 21.10.2011

Anklage gegen 13 mutmassliche Mafiosi

Grosser Mafiaprozess vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona: Die Bundesanwaltschaft hat 13 mutmassliche Mitglieder der kalabrischen 'Ndrangheta angeklagt.  Sie sollen seit 1994 vor allem im Rauschgift- und Waffenschmuggel tätig gewesen sein.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit rund neun Jahren gegen die Beschuldigten. Neben Kokain- und Waffenschmuggel und weiteren Delikten wird ihnen auch Geldwäscherei vorgeworfen. Die Gruppe soll mehr als 15 Millionen Franken gewaschen haben. Bei dem Geld handelt es sich laut den Ermittlern um Kundengelder, die  zwei Zürcher Finanzgesellschaften auf den Devisenmärkten anlegen sollten.

Enge Verbindungen zu anderen kalabresischen Mafia-Clans
Unter den Beschuldigten ist auch der mutmassliche Kopf des 'Ndrangheta-Ablegers in der Schweiz. Der  einbürgerte Schweizer ist einschlägig vorbestraft und stammt laut Bundesanwaltschaft aus dem italienischen Ort Mesoraca, der Hochburg des 'Ndrangheta-Clans Ferrazzo. Die streng hierarchisch geführte kriminelle Vereinigung habe völlig völlig autonom aus der Schweiz heraus operiert. Sie habe aber enge Verbindungen zu  anderen kalabresischen Mafia-Clans gehabt, namentlich dem Ferrazzo-Clan.

Weitere 'Ndrangheta-Ableger in der Schweiz vermutet
Die Strafuntersuchung war  Ende 2002 nach einem Informationsersuchen der Antimafiabehörde in Rom ausgelöst worden. Beteiligt waren neben der Bundesanwaltschaft die Bundeskriminalpolizei sowie die Strafverfolgungsbehörden aus Zürich, dem Tessin und Italien. Die Strafbehörden des Bundes warnen seit Jahren, dass die italienische Mafia ihre Präsenz in der Schweiz ausbaut. Einen 'Ndrangheta-Ableger vermuteten die Behörden unter anderem in Frauenfeld.
(bueb/sda)

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