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09.05.2011

Film-Tipp: Nicole Kidman kann es immer noch

Trotz Botox kann Nicole Kidman immer noch schauspielern und holt sich für ihre Leistung im Drama «Rabbit Hole» zurecht eine Oscar-Nomination. Sie spielt eine Mutter, die um ihren vierjährigen Sohn trauert.

Glänzen als trauerndes Ehepaar: Nicole Kidman und Aaron Eckhart. (Filmcoopi)

Filmbären: Die Bewertung

6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut;
3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Bär

Es gibt viele Prüfungen, die man im Leben bestehen muss. Eine der anspruchsvollsten ist sicher der Tod eines eigenen Kindes. Der Westschweizer Film «La petite chambre» stellte eine trauernde Mutter einem Greisen gegenüber, der ins Heim abgeschoben werden soll.

«Rabbit Hole» räumt nun auch dem trauernden Vater Raum ein und überzeugt - nicht nur wegen der grossartigen Schauspieler, sondern vor allem wegen des vielschichtigen Drehbuchs und der stimmigen Inszenierung - mehr als «La petite chambre».

Zutiefst menschlich
Becca (Nicole Kidman) und Howie (Aaron Eckhart) haben materiell alles, was man sich wünschen kann. Aber geniessen können sie ihren Wohlstand nicht, denn ihr vierjähriger Sohn ist vor ein Auto gerannt und dabei umgekommen.

Die Kamera scheint die beiden fast mit dem Interesse eines Verhaltensforschers zu beobachten. Wie geht sie mit dem Schock um? Wie trauert er? Das klingt deprimierend, ist aber hochspannend und zutiefst menschlich.

Verschiedene Arten zu trauern
Während Howie sich einer Selbsthilfegruppe anschliesst und über Gegenstände und Familienvideos das Andenken seines kleinen Sohnes ehrt, versucht Becca allein klar zu kommen und lässt alles los, was sie an ihr Kind erinnert.

Zudem trifft sie den Schüler, der am Steuer des Unfallautos sass. Der Jugendliche verarbeitet das Ganze in einem Comic namens «Rabbit Hole». So wie Alice durch ein Kaninchenloch ins Wunderland gerät, können die Comicfiguren in ein Paralleluniversum, wo alles in Ordnung ist.

Positives Kinoerlebnis
Was der Film mit viel Sensibilität und Respekt vor den Figuren zeigt, ist, dass jede Art zu trauern in Ordnung ist. Keine ist besser oder schlechter. Und wenn zwischendurch Humor aufblitzt, ist das nicht pietätlos, sondern einfach nur heilsam.

«Rabbit Hole» hat zwar ein schweres Thema, wirkt aber nie erdrückend. Man verlässt das Kino nicht erschlagen, sondern beeindruckt. Die tiefe Menschlichkeit der Figuren berührt und macht Hoffnung. (rb)

Filmbären:
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut; 3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Hund

«Box-Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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