Film-Tipp: Starke Frau in einem starken Film
Erhielt in den USA mehrere Auszeichnungen als beste Newcomerin: Jennifer Lawrence als Ree. (Look Now!)
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut;
3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Bär
So stellt man sich die heutigen Überreste des Wilden Westens vor: raue Landschaft, raue Leute - wortkarg, bis man die Eiszapfen klirren hört. Innen und aussen. «Winter's Bone» gewährt einen Einblick in diese Welt.
Die Ozark Mountains im südlichen Missouri haben den Menschen nichts mehr zu bieten. Aus den einstigen Farmern und Viehzüchtern sind Drogenhersteller geworden. Die Hoffnung auf ein besseres Leben ist längst im Crystal-Dampf verpufft.
Wahrhaftig und authentisch
Weil die Regisseurin Debra Granik an Originalschauplätzen und teils mit ortsansässigen Laien gedreht hat, wirkt ihr Spielfilm genauso authentisch wie eine Dokumentation. Und dank der herausragenden Newcomerin Jennifer Lawrence geht «Winter's Bone» unmittelbar unter die Haut.
Lawrence spielt die 17-jährige Ree, die von allen Erwachsenen im Stich gelassen wird. Nun hat ihr Vater sogar das Haus als Kaution benutzt, um nicht ins Gefängnis zu müssen. Aber wenn Ree das Haus verliert, kann sie sich nicht mehr um ihre depressive Mutter und ihre jüngeren Geschwister kümmern.
Allein gelassen
Also begibt Ree sich auf die Suche nach ihrem untergetauchten Vater. Doch sie stösst überall auf eine Mauer des Schweigens und Misstrauens. Niemand, nicht einmal ihr Onkel will ihr verraten, wo ihr Vater steckt.
Ree ist im Kleinen das, was ihre Heimatregion im Grossen ist: im Stich gelassen. Regisseurin Debra Granik inszeniert das ländliche Missouri quasi als heruntergekommenen Hinterhof der USA und Ree als Hoffnungsträgerin, als junge Frau, die sich dagegen wehrt, auf der Verliererseite zu sein. Stark. (rb)
Filmbären:
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut; 3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Hund
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