Film-Tipp: Wenn das Kino zur Action-Chilbi wird
Die A-Schauspieler: Bradley Cooper («The Hangover»), Quinton «Rampage» Jackson («Death Warrior»), Sharlto Copley («District 9») und Liam Neeson («Chloe»). (20th Century Fox)
Was haben die meisten Kinder und Teenager gemeinsam? Sie fühlen sich unverstanden und daher ungerecht behandelt. Sie wünschten, sich wehren zu können. Da dies in Realität oft nicht möglich ist, flüchten sie sich in Fantasien.
Abenteuerhelden bedienen diese Fantasien. Deshalb sind Helden, insbesondere Superhelden, immer irgendwie kindisch. Denn ihr stetiges Obsiegen entspringt den Allmachtsfantasien kindlicher Geister.
Es muss krachen
Auftritt: «The A-Team», 1983 als TV-Serie entwickelt. Einzige Vorgabe: Es musste krachen. Vier ungleiche Helden, Vietnamveteranen, die zu Unrecht von der Militärpolizei verfolgt werden, helfen Menschen, die sich selber nicht helfen können.
Der Zigarre rauchende, geniale Chef, der Frauenheld, der schwarze Hühne mit Irokesenschnitt und Flugangst, der durchgeknallte Pilot: Das sind Hannibal, The Face, B.A. und Murdock, die vier Helden von «The A-Team».
Unverwundbar wie Trickfilmfiguren
Jetzt werden die vier Typen aus der Gruft des Fernsehfriedhofs geholt und im Kino zu neuem Leben erweckt. Einzige Vorgabe: Es muss krachen. Und das tut es denn auch ausgiebig und oft. Je nachdem findet man das grossartig oder sinnlos.
Die vier Helden überleben Explosionen, Maschinengewehrsalven und Flugzeugabstürze wie Koyote Karl den Amboss, der ihm regelmässig auf den Kopf fällt. Die Action dient einzig der Unterhaltung. «Peng! Du bist tot!»
Wahnwitzige Achterbahnfahrt
Die Handlung ist eigentlich irrelevant. Erneut werden die vier A-Männer zu Unrecht verdächtigt, erneut erleben sie die verrücktesten Abenteuer und geniessen Gefahr und Gewalt mit kindlicher Freude, als handle es sich um eine Achterbahnfahrt.
Wer Filme mag, bei denen die Explosionen das Beste sind, wird mit «The A-Team» bestens bedient. Wer das Hirn lieber nicht an der Garderobe abgeben möchte, sollte einen anderen Film für den Kinoabend aussuchen. (rb)
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