Film-Tipp: Einer der besten Gefängnisfilme
Menschen kann man einsperren, ihre Gefühle nicht. Irgendwann brechen sie aus. (Filmcoopi)
Die erste Szene zeigt einen Häftling, der in Zelle 211 Selbstmord begeht. Erst im Verlauf des Films wird man erfahren, dass er unter chronischen Kopfschmerzen litt, ihm aber ärztliche Behandlung verweigert wurde.
Dann folgen der Vorspann und die eigentliche Geschichte. Juan Oliver (Alberto Ammann) besucht am Tag vor seinem Stellenantritt als Gefängniswärter seinen Arbeitsort, um sich von zwei zukünftigen Kollegen herumführen zu lassen.
Glück im Unglück
Da trifft Juan ein Gegenstand am Kopf. Die beiden Wärter legen den Ohnmächtigen auf die Pritsche der leeren Zelle 211. Sekunden später realisieren sie, dass die Häftlinge einen Aufstand angezettelt haben.
Im letzten Moment können sich die beiden Aufseher in Sicherheit bringen. Juan bleibt zurück. Als er wieder zu sich kommt und mit blutiger Stirn aus der Zelle heraus tritt, wird er für einen neuen Häftling gehalten, was ihm das Leben rettet.
Revoltierende Häftlinge
Auf den Bildschirmen können die Aufseher und der Direktor mitverfolgen, wie sich Juan ausgerechnet mit Malamadre (Luis Tosar), dem Anführer der Revolte, anfreundet. Juan kann verhindern, dass die Gefangenen alle Überwachungskameras zerstören.
Er schlägt Malamadre vor, eine Kamera unversehrt zu lassen, um mit der Gefängnisleitung verhandeln zu können. Man brauche sie nur mit einem Tuch abzudecken, so lange man sie nicht benötige. So nimmt das Drama seinen Lauf.
Mehrfach ausgezeichnet
«Celda 211» zeigt nicht nur, wie sich ein Leben von einer Sekunde auf die nächste verändern kann, sondern auch, dass ein Mörder integer und ehrlich, ein Beamter, der das Recht durchsetzen will, jedoch ein Schweinehund sein kann.
Selten wirkt Kino so unmittelbar und packend wie diese Geschichte über einen angehenden Gefängniswärter, der selber zum Gefangenen wird. Daniel Monzóns Spielfilm ist ein Hammer.
Kein Wunder, war «Celda 211» in Spanien ein Kassenschlager und gewann acht Goyas, die spanischen Oscars. Schauspieler und Inszenierung sind schlicht erstklassig. «Celda 211» muss man gesehen haben. (rb)
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