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20.02.2010

Film-Tipp: Es gibt ein Leben nach «Herr der Ringe»

Nach «The Lord of the Rings» und «King Kong» fährt Peter Jackson die Dimension etwas runter und verfilmt Alice Sebolds Roman «The Lovely Bones». Die ungewöhnliche Geschichte changiert zwischen Krimi, Drama und Fantasy.

Die ermordete Susie (Saiorse Ronan) geistert durch eine Zwischenwelt. (Universal Pictures)

An einem grauen Abend warten die Salmons vergeblich auf ihre 14-jährige Tochter Susie (Saiorse Ronan). Zuerst sind sie nicht sonderlich beunruhigt, wohnen sie doch im ländlichen Pennsylvania. Dann beginnt der Vater (Mark Wahlberg) ihre Freundinnen anzurufen. Und schliesslich muss er die Polizei einschalten.

Susie wurde von einem unscheinbaren Mann (Stanley Tucci) umgebracht. Ihre Leiche wird nie gefunden, bloss ihre Mütze. Von nun an teilt sich der Film in drei Handlungsstränge: Es gibt den klassischen Krimiplot. Dann die dramatischen Szenen, die zeigen, wie die Eltern und Geschwister mit dem Verlust umgehen. Ausserdem bietet Regisseur Peter Jackson noch eine Fantasy-Ebene, die sich komplett von den beiden anderen Ebenen abhebt. Da sieht man Susie, wie sie in einer Zwischenwelt umher geistert.

Stimmiger Kitsch
Diverse Kritiker haben Mühe mit diesen bunten und teils kitschigen Szenen, dabei sind sie in sich durchaus stimmig. Denn die sphärischen Landschaften, durch die Susie wandert, entsprechen ihren mädchenhaften Vorlieben. Und eine 14-Jährige mag nun mal süsse und kitschige Dinge. Zum Beispiel eine Schneekugel, in der Pingus kleine Schwester steckt. Übrigens ein Patzer: «The Lovely Bones» spielt in den frühen 70er Jahren. Die Schweizer TV-Serie «Pingu» wurde aber erst 1986 lanciert.

Faszinierend wird es immer dann, wenn sich Susies Zwischenwelt und die reale Welt ihrer Familie überschneiden. Zum Beispiel die kleine, aber gelungene Szene, in der ihr Vater eine Kerze in ihr Fenster stellt und bemerkt, wie die im Glas gespiegelte Flamme ganz anders flackert als die reale Flamme.

«The Lovely Bones» ist zwar kein Meilenstein wie «The Lord oft he Rings», aber es ist ein origineller Film jenseits der üblichen 0815-Unterhaltung aus Hollywood. Und da er keinerlei brutale Szene enthält (der Mord wird gar nicht gezeigt), ist das ein Krimi, den auch sensiblere Gemüter anschauen können.

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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