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21.12.2009

Film-Tipp: Hören macht mehr Spass als sehen

Fatih Akin hat tolle Filme wie «Gegen die Wand» (2004) oder «Auf der anderen Seite» (2007) gemacht. Da liegt die Erwartungslatte natürlich recht hoch, aber diese Höhe schafft Akin mit «Soul Kitchen» nicht mehr.

Adam Bousdoukos (links) und Moritz Bleibtreu spielen die Brüder Kazantsakis. (Pathé Films)

Gerne würde man sagen, der Film sei eine witzige Komödie, ist er aber nicht. Und er ist auch kein gelungenes Drama, keine stimmige Milieustudie und kein romantischer Liebesfilm, auch wenn er all dies ebenso sein will. Und ein «Heimatfilm der neuen Art», wie uns die Film-PR weismachen will, ist «Soul Kitchen» schon gar nicht. Er ist von allem ein bisschen, aber alles irgendwie nur halbgar, und das schmeckt einfach nicht so toll.

Im Mittelpunkt des Films steht ein Beizer. Er heisst Zinos (Adam Bousdoukos), ist Grieche und sieht aus wie eine Kopie von Jim Morrison. Der Doors-Song «Soul Kitchen» taucht zwar nicht auf dem Soundtrack auf, dafür ganz viele Soul-Songs aus den 60er und 70er Jahren. Die lässt Zinos in seiner Kneipe namens «Soul Kitchen» laufen. Für seine Stammgäste wärmt er eigenhändig Fertigmenüs aus dem Supermarkt auf. Wegen Bandscheibenproblemen kann er aber nicht mehr so lange am Herd stehen und stellt den Koch Shayn (Birol Ünel) ein. Der zaubert aber so exquisite Menüs auf die Teller, dass die Stammgäste das Weite suchen. Mit der Zeit spricht sich dann allerdings herum, dass im «Soul Kitchen» neue Gaumenfreuden zu haben sind.

Zinos kann sich über den neuen Erfolg jedoch nicht so recht freuen, denn seine Freundin Nadine (Pheline Roggan) ist als China-Korrespondentin nach Shanghai gereist. Und nun will sie plötzlich nicht mehr, dass er nachkommt. Als impulsiver Grieche handelt Zinos sofort, überschreibt das Restaurant auf seinen Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) und kauft ein Flugticket nach Shanghai. Der Taugenichts Illias verbockt das Ganze dann schneller, als man «Guten Appetit» sagen kann.

Wirklich überzeugend ist diese Story nicht. Die Pointen sind oft vorhersehbar und teils ziemlich klamaukig. Das Originellste am Film sind die Figurennamen - Zinos, Illias, Shayn - und das Beste ist die Musik. Aber die stammt nicht von Fatih Akin, sondern von Leuten wie Quincy Jones und Ruth Brown, von Bands wie Kool & the Gang oder The Isley Brothers. «Soul Kitchen» hören macht definitiv mehr Spass als sehen.

Hier gibt es Eindrücke von den Dreharbeiten mit cooler Musik.

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (3:15)



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