Film-Tipp: Schwer in Ordnung
Der Vater von Precious Jones’ (Gabourey Sidibe) Baby ist auch sein Grossvater. (Ascot Elite)
Precious Jones (Gabourey Sidibe) ist schwarz, übergewichtig und Analphabetin. Sie ist erst 16 und erwartet bereits ihr zweites Kind. Von ihrem eigenen Vater, der sie seit Jahren missbraucht. Statt das Mädchen zu schützen, wirft ihre Mutter (Mo'Nique) ihr vor, sie habe ihr den Mann weggenommen.
Vielfach ausgezeichnet
Nun möchte Precious die Schule wechseln, doch die Mutter hält nichts davon. Precious solle ihren Hintern lieber zur Fürsorge in Harlem bewegen. Doch die 16-Jährige hört nicht auf die Mutter und erfährt an der neuen Schule erstmals so etwas wie Respekt. Je besser Precious lesen und schreiben lernt, desto mehr wächst ihr Selbstvertrauen.
Der raue Ton des Films wirkt bisweilen fast schockierend. Geoffrey Fletcher, der das Drehbuch nach Sapphires Roman «Push» schrieb, hat zu Recht einen Oscar bekommen. Auch Mo'Nique, die Darstellerin der überforderten Mutter, wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Dazu gab es vier weitere Oscarnominationen und zahlreiche andere Filmpreise.
Kampf um Anerkennung
«Precious» ist kein Film für einen locker entspannten Abend. Erstaunlicherweise ist das Drama aber auch nie deprimierend, denn es rückt Precious' Kampf um Anerkennung und Würde in den Mittelpunkt. Dies wirkt optimistisch, auch wenn am Ende des Films längst nicht alle Probleme gelöst sind.
Wer sich diese Filmperle ansieht, sollte nach zwei Gaststars aus der Musikszene Ausschau halten. Lenny Kravitz erkennt man auf den ersten Blick. Bei Mariah Carey hingegen muss man schon genau hinsehen. (rb)
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