Neuer biometrischer Pass ab März
Der neue biometrische Pass. (Reuters)
Die Einführung des biometrischen Passes war in der Schweiz sehr umstritten. Nach dem knappen Volks-Ja im Mai 2009 wird der Pass mit dem Chip nun eingeführt. Ab 1. März kann er in einem der kantonalen Passzentren bestellt werden. Mehr
Ab dem 1. März stellt die Schweiz nur noch biometrische Pässe aus. Kernstück des neuen Ausweises, der auch E-Pass oder Pass 10 genannt wird, ist ein Computer-Chip mit unveränderbaren Personendaten. Im vergangenen Sommer hatte eine äusserst knappe Mehrheit der Stimmberechtigten dieser Neuerung zugestimmt.
Die Kantone haben seither insgesamt fast vierzig neue Passzentren eingerichtet. Die Einführung des neuen Passes laufe nach Plan, hiess es beim zuständigen Bundesamt für Polizei.
Hoher technischer Aufwand
Beim neuen E-Pass werden zwei Fingerabdrücke und ein Foto auf einem Computer-Chip im Umschlag gespeichert. Immer mehr Staaten, allen voran die USA, verlangen solche moderne Ausweise.
Die Geräte, die die Fingerabdrücke erfassen, sind so teuer, dass sie nicht in jeder Gemeinde aufgestellt werden können. Die Kantone haben deshalb zentrale Erfassungsstellen eingerichtet.
Einmal gespeichert seien die Fingerabrücke fälschungssicher, so fälschungssicher wie möglich, sagte Markus Waldner, der zuständige Projektleiter beim Bundesamt für Polizei gegenüber Schweizer Radio DRS.
Die Kosten des Bundes für die Entwicklung, Beschaffung und Einführung der nötigen Soft- und Hardware beliefen sich auf rund 29 Millionen Franken.
Kontroverse um Datenschutz
Gegner des biometrischen Passes hatten im Vorfeld der Abstimmung vom letzten Jahr immer wieder behauptet, die Daten auf dem Chip könnten mit bestimmten Geräten auch von Unberechtigten aus der Distanz geklaut werden.
Dem widerspricht Waldner. Die Schweiz lege nämlich immer wieder einen neuen Code fest, mit dem diese Fingerabdrücke gelesen werden können, und diesen Code gebe die Schweiz nur an Staaten weiter, denen sie vertraue.
Umstrittene zentrale Datenbank
Die Fingerabdrücke werden jedoch nicht nur im Pass sondern auch in einer zentralen Datenbank des Bundes gespeichert. Diese zentrale Datenbank hatte im vergangenen Mai viele dazu bewogen gegen die Einführung von biometrischen Pässen zu stimmen. Dies aus Angst, Sicherheitslecks könnten zum Missbrauch ihrer Daten führen.
Im Ständerat ist eine parlamentarische Initiative des Nationalrats hängig, die diese zentrale Datenbank wieder abschaffen möchte. (jwi/ammk, sda/ddp)
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