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12.3.2009, 13.50 Uhr

Amoklauf von Winnenden im Internet angekündigt

Der 17-jährige Jugendliche, der im deutschen Winnenden 15 Menschen und sich selbst tötete, hat seine Tat im Internet angekündigt. Ausserdem war er wegen Depressionen in Behandlung.

Der Amokläufer von Winnenden hat seine Tat offenbar in einem Internet-Chat angekündigt. In der Nacht zum Mittwoch sprach er in einem Chat davon, wie der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech in Waiblingen sagte.

In dem Chat schrieb der 17-Jährige laut Rech, er habe dieses «Lotterleben» satt. Es reiche ihm. Alle lachten ihn aus. «Ich werde morgen an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen», zitierte Rech aus dem Chat.

Wegen Depression behandelt

Der Jugendliche befand sich dem Innenminister zufolge seit 2008 wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung, zunächst stationär in einer Klinik in Heilbronn. Die Behandlung habe er in Winnenden fortsetzen wollen, dann aber offenbar abgebrochen.

Der Jugendliche hatte am Mittwoch an seiner früheren Schule in Winnenden nahe Stuttgart neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er drei weitere Menschen und schliesslich auch sich selbst.

Weitere Amokdrohungen
Er hatte in der Schule 60 Schüsse abgegeben, weitere 44 am Ende seiner Flucht in Wendlingen, wie weiter bekannt gegeben wurde. Er hatte insgesamt über 200 Schuss Munition bei sich.

Nach dem Amoklauf in Winnenden gab es in Baden-Württemberg sechs Amokdrohungen. Die Schulen werden verstärkt von der Polizei beobachtet.

Der Vater des Amokläufers habe in seinem Waffenschrank 4600 Schuss Munition verwahrt. Er muss sich möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Grund sei, dass die vom Sohn verwendete Tatwaffe vorschriftswidrig im Elternschlafzimmer lag, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Siegfried Mahler. (cdm, ap/sda)

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Erste Erkenntnisse zum Amoklauf in Deutschland. (Ursula Hürzeler, 12.3.2009)
Hören (2:10)

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