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11.3.2009, 19.05 Uhr

Entsetzen nach Amoklauf in süddeutscher Kleinstadt

Schock in Deutschland: In der Nähe von Stuttgart hat ein Amokläufer mindestens 15 Menschen getötet. Der Täter erschoss sich nach einer Flucht schliesslich selbst. Sein Motiv bleibt vorerst im Dunkeln.

Rettungswagenwagen stehen vor der Albertville Realschule in Winnenden. (Keystone)

Ein jugendlicher Amokläufer hat in einer süddeutschen Kleinstadt 15 Menschen getötet und hat sich nach einem Schusswechsel mit der Polizei später selbst erschossen.

Tote in zwei Klassenzimmern
Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 17-jährige Täter um 9.30 Uhr seine ehemalige Realschule in Winnenden betreten, war in zwei Klassenräume gestürmt und hatte dort das Feuer eröffnet. Nach Angaben der Polizei kamen dabei neun Schüler und drei Lehrerinnen ums Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Nach Erkenntnissen der Polizei flüchtete der Mann dann zu Fuss in die Innenstadt der Kleinstadt und schoss auf Passanten. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. Anschliessend habe er einen Autofahrer gezwungen, ihn mitzunehmen. Den Mann liess er unterwegs aussteigen. Später hielt der Täter bei einem Autohaus und erschoss dort zwei Passanten. Dort schliesslich stellte ihn die Polizei. Im Schusswechsel mit den Beamten sei der Täter dann getötet worden, so ein Polizeisprecher.

Was war das Motiv des Täters?
Die Hintergründe der Tat sind nach Angaben der Behörden derzeit völlig unklar. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech sagte, es gebe bislang keine hinreichenden

Anhaltspunkte für die Hintergründe der Tat. Nach bisherigen Erkenntnissen habe der 17 Jahre alte Schüler keinen Anlass für Zukunftsängste gehabt. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Tat angekündigt worden sei.

Nach Rechs Worten ist auffällig, dass es sich bei den Opfern in der Schule fast ausschliesslich um Mädchen handelte. Auf fast alle habe der Täter Kopfschüsse abgegeben - er habe also nicht, wie zunächst vermeldet, wahllos geschossen.

Waffen des Vaters?
Nach Angaben der Polizei stammte der junge Mann aus einer Nachbargemeinde des Tatortes. Er soll ein ehemaliger Schüler der Realschule gewesen sein, in der er den Amoklauf begann. Sein Vater soll Mitglied in einem Schützenverein sein und deshalb legal 16 Schusswaffen besitzen - eine davon sei bei einer Hausdurchsuchung des Elternhauses nicht gefunden worden. (ank, sda/dpa)

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Audio-Beiträge:


Deutschland schockiert nach Amoklauf nahe Stuttgart. (Ursula Hürzeler, 11.3.2009)
Hören (2:48)

Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerdachverbands: «Die Gefahr von Nachahmungen besteht». (Géraldine Eicher, 12.3.2009)
Hören (3:14)

Verantwortlich für diesen Beitrag:

news.online


Mehr zum Stichwort:

  • Amoklauf Winnenden

Reaktionen auf den Amoklauf in Winnenden

«Mit Entsetzen und Trauer haben meine Frau und ich von dem Amoklauf in  Winnenden erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden. Wir fühlen uns mit ihnen in diesen schweren Stunden tief verbunden.»
Horst Köhler, Bundespräsident

«Es ist unfassbar, dass binnen Sekunden Schüler, Lehrer in den Tod gerissen wurden durch ein entsetzliches Verbrechen. (...) Es ist ein Tag der Trauer für ganz Deutschland.»
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

«Wir sind bestürzt  und traurig angesichts dieser sinnlosen Gewalttat, die das Leben so
vieler Menschen kostete und viele andere verletzte und traumatisierte. Ich möchte persönlich und im Namen der Europäischen Kommission den Familien und Freunden der Opfer des  Amoklaufs von Winnenden mein tiefstes Beileid aussprechen.»
José Manuel  Barroso, EU-Kommissionspräsident

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