Im Camper 19'623 Kilometer bis Bloemfontein: «Heute fahren wir noch nicht heim!»
Reisten mit dem Camper von Zürich bis Bloemfontein: Dani Jacot, Christian Roos und Francis Schnyder. «Unser vierter Mann Roland ist an der Küste bei Port Elizabeth geblieben. Wir laden ihn später wieder auf.» (db)
Es ist eine wagemutige Reise, die Christian Roos, 42, Francis Schnyder, 43, Dani Jacot, 43 und Roland Illy, 42, unter die Räder genommen haben: 18 Länder in drei Monaten, alles mit einem gepimpten VW LT 45 4x4. «Leider steht unser Wagen mit Motorenschaden in Rustenberg - aber bald sollte er wieder laufen.»
Das Problem: der Camper ist vor gut zwei Wochen bei Rustenburg abgelegen. Zylinderschaden. Nun warten sie auf Ersatzteile und darauf, dass ihr rot-weisses Gefährt wieder läuft. «Wir wären gerne im Stadion vom Bloemfontein damit vorgefahren.»
Ansonsten verlief ihre Reise beinahe ohne Zwischenfälle - bis auf letzte Nacht, wo in Bloemfontein die Scheibe ihres Mietwagens eingeschlagen wurde. «Das einzige kriminelle Element in drei Monaten!»
Viel gesehen, viel gelernt
Erlebt haben sie auf ihrer Afrikareise an die Fussball-WM fast alles. «Spannend wurde es immer am Zoll. Dort hat man gesehen, wie ein Land funktioniert.» Ihr Vorteil: die Zöllner waren meist männlich und fussballbegeistert - «die WM ist in Afrika das Thema, das hat uns immer wieder geholfen.»
Äthiopien hat sie besonders berührt. «Da lebt die ländliche Bevölkerung in Hütten aus Kuhmist - und die Chinesen bauen die Strassen. Das war beeindruckend!»
Um das Erlebte mit ihren Familien und Freunden zu teilen, fütterten sie ihre Internetseite regelmässig mit Bildern und Berichten. «Wobei es nicht immer einfach ist, ins Internet zu kommen in Afrika.»
Südafrika - fast wie daheim
Der Luxus und die Lebensbedingungen in Südafrika sind für die vier Männer aus der Schweiz denn auch ein Stück Heimat. «Wir hoffen, dass es die Nati bis nach Kapstadt in den Halbfinal schafft!» Und für alle Fälle haben sie Tickets bis in den Final organisiert.
Nach der WM gehts zurück in die Schweiz. «Wenn wir unseren Wagen verkauft haben.» Die Arbeit ruft. Für jene die unbezahlten Urlaub nahmen und auch für die selbstständig Erwerbenden.
Das Abenteuer «Afrika 2010» kostet die vier Männer pro Kopf gut 25'000 Franken. «Die meisten Kosten hat uns der Wagen gemacht - wegen Schäden.» Aber alle sind sich einig, dass es sich gelohnt hat: «Wir freuen uns auf den Rest der WM. Und ja, wir würden es wieder tun!» (db)
