Knappe 0:2-Niederlage gegen die USA
Coach Ralph Krueger stand zum letzten Mal hinter der Bande der Schweizer Nati. (Keystone)
Abschied des erfolgreichsten Nati-Trainers
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat das Viertelfinal-Spiel gegen die USA mit 0:2 verloren. Lange Zeit konnten die Krueger-Boys mit den Amerikanern mithalten. Erst nach 42 Minuten und acht Sekunden fiel das entscheidende Tor für die USA.
Tor in Überzahl
Stürmer Zach Parise fälschte unmittelbar vor Jonas Hiller einen Weitschuss von Brian Rafalski ab. Hiller kam mit der Fanghand zwar noch an den Puck ran, die Scheibe landete aber vor der Torlinie und rollte unglücklich für die Schweizer neben dem Pfosten ins Tor. Der Treffer fiel während der vierten amerikanischen Überzahl; Philippe Furrer war nur zwölf Sekunden vorher für ein Beinstellen auf die Strafbank geschickt worden.
Die Schweizer versuchten auf das Gegentor zu reagieren und drängten umgehend in die Offensive. Sandy Jeannin traf in der 44. Minute aus spitzestem Winkel den Innenpfosten; bei dieser Szene fehlte nur ein Millimeter zum Ausgleich.
Glücklose Schweizer
Zudem kamen die Schweizer noch zu einer Powerplay-Chance und während dieser zwei Minuten zu Möglichkeiten. Roman Wicks Ablenker verfehlte das Tor aber um wenige Zentimeter. Später unterstrich Ryan Miller, der derzeit «heisseste» NHL-Goalie, gegen Luca Sbisas Scharfschuss seine Extraklasse. Die Schweizer kämpften glücklos in diesem trotz wenigen Toren packenden Spiel.
Auch für das US-Team lief nicht alles nach Wunsch. Die Amerikaner erzielten innerhalb von viereinhalb Minuten drei Tore, aber nur eines wurde gegeben: Das erste Goal im Spiel fiel nach exakt 40 Minuten - für die Amerikaner eine Zehntelsekunde zu spät. Die Videokonsultation ergab, dass bei der Sirene die Scheibe die Torlinie noch nicht überquert hatte.
2:0 ins leere Schweizer Tor
Unmittelbar nach dem 0:1 und dem Innenpfostenschuss Jeannins erzielte Ryan Kesler ein weiteres Tor. Dieses fand keine Anerkennung, weil Kesler gefoult hatte. Bei der gleichen Szene musste auch noch überprüft werden, ob Jeannins Schuss die Torlinie wirklich nicht überquert hatte.
Das Glück, das die Schweizer 24 Stunden vorher gegen Weissrussland beansprucht hatten (Sieg im Penaltyschiessen), fehlte diesmal. In den letzten 103 Sekunden der Ära Krueger suchten die Schweizer ohne Goalie Hiller mit fünf Stürmern und Captain Mark Streit noch den Ausgleich. Eine Chance ergab sich aber nicht mehr. Elf Sekunden vor Schluss traf Zach Parise das leere Schweizer Tor und konnte damit seinen zweiten Treffer im Spiel verbuchen.
Ära Krueger nach 298 Spielen zu Ende
Für Coach Ralph Krueger war dies das 298. und letzte Spiel mit der Schweizer Nati. Der 50-Jährige wird sich aber nicht lange nach einem neuen Job umschauen müssen, zumal er auch seine letzte Mission mit dem Schweizer Team erfolgreich erfüllte. Der Deutsche Eishockey-Bund ist schwer an Krueger interessiert.
Trotz kleinerer Probleme (Reto von Arx) und (leiser) Kritik einiger Medien: Ralph Krueger stellte in den letzten zwölf Jahren für das Schweizer Eishockey einen riesigen Glücksfall dar.
Jetzt kommt Jean Simpson
Krueger sorgte ums Nationalteam für professionelle Strukturen. Und vor allem arbeitete er erfolgreich: Zehn von 15 grossen Turnieren (WM und Olympia) beendete das Schweizer Team in den Top-8. Die Schweiz klassierte sich unter Krueger nie schlechter als auf Platz 10 (WM 2002).
Ralph Krueger übergibt die Nationalmannschaft auf Platz 7 der Weltrangliste an Sean Simpson. Der Nachfolger übernimmt von Krueger ein intaktes Team; dennoch wartet auf den Noch-ZSC-Coach viel Arbeit, denn nach Kruegers Rücktritt sind auch von Spielerseite her Rücktritte zu erwarten. (pet, si)
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