Unmut über die schnellste Bahn der Welt
Die schnellste Bahn der Welt, die olympische Eisrinne in Whistlers, überfordert zahlreiche Athleten. Die Bahn erlaubt keine Fehler, weder beim Rodeln noch beim Bobfahren. Nun regt sich Kritik. Doch sie kommt zu spät. An einen Abbruch der Rennen denkt niemand.
Tödlicher Unfall in Whistlers
Am vergangenen Samstag verunglückte der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili in Whistlers tödlich. Der 21-jährige war im Training mit rund 145 Stundenkilometern aus der Bahn geschleudert worden. Nun bereitet die gleiche Bahn den Bobfahrern Probleme.
Erfahrene Bobfahrer geraten ins Schleudern
Bei den Trainings für die olympischen Bob-Wettbewerbe stürzten zahlreiche Athleten. Die meisten zogen sich Prellungen oder eine Hirnerschütterung zu. Denn bei mehr als 150 Stundenkilometern und den schnellen Kurvenfolgen können Fehler nicht mehr korrigiert werden. Selbst erfahrene Piloten schafften es nicht, den Schlitten zu stabilisieren. So auch die beiden Schweizer Medaillenhoffnungen Beat Hefti und Daniel Schmid.
Nur ein Schweizer Zweierbob
Beat Hefti und Daniel Schmid müssen beide auf das Zweierbob-Rennen verzichten. Hefti zog sich Prellungen und eine Hirnerschütterung zu und musste auf die beiden letzten Trainingsläufe verzichten. Damit kann er am Rennen nicht teilnehmen, weil ihm zwei gültige Trainingsläufe fehlen. Auch Schmid stürzte zweimal. Nun verzichtet er auch auf eine Teilnahme am Viererbob-Rennen.
Schmid zieht Schlussstrich
Die Bahn sei zu schnell und erlaube keine Fehler, kritisierte Schmid und zog sich vom Rennen zurück. Er wolle das Risiko für sich und seine Crew nicht mehr eingehen. «Ich fahre fürs Leben gerne Bob» aber die aktuelle Entwicklung sei fragwürdig. Immer schnellere Bahnen, mehr Action und Spektakel und möglichst viele Stürze. «Die Gesundheit ist mir wichtiger», so Schmid.
Jede Stadt will die schnellste Bahn
Von ihm werde Geschwindigkeit gefordert, sagte der Konstrukteur der Eisrinne in Wisthlers Udo Gurgel. Er hat fünf olympische Bahnen gebaut. Jede Stadt wünsche die schnellste Strecke der Welt.
Schwere Vorwürfe an die Verbände
Der zweifache Olympiasieger aus Deutschland, Christoph Langen erhebt schwere Vorwürfe an den Bobverband. Denn die Probleme wurden bereits früh erkannt. Nach dem ersten Test hätte die Sportler kritisiert «unten wird’s ganz, ganz eng, richtig kritisch». Z
u diesem Zeitpunkt hätten die Sportverbände reagieren und Veto einlegen müssen. Die Bahn hätte umgebaut und damit sicherer gemacht werden müssen, kritisiert Langen. (bat/sprb)
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