Keine Medaille für Lambiel
Stéphane Lambiel läuft die Kür. (Keystone)
«Ich wollte dem Publikum mehr zeigen»
Lambiels hoher Preis für Comeback auf dem Eis
Der Eiskunstläufer Stéphane Lambiel hat eine olympische Medaille knapp verpasst. Er kommt auf den vierten Rang. Gold gewann überraschend nicht der russische Topfavorit und Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko, der nach dem Kurzprogramm geführt hatte, sondern Evan Lysacek.
Der 24-jährige Amerikaner war im vergangenen Jahr auch Weltmeister geworden. Bronze holte der Japaner Daisuke Takahashi.
Persönliche Bestleistung
Lambiel stellte zwar mit 162,09 Punkten eine persönliche Kür-Bestleistung auf, doch wäre einiges mehr möglich gewesen. Zwar stand der 24-jährige Unterwalliser beide Vierfach-Sprünge, doch beim ersten berührte er mit der Hand das Eis, und beim zweiten landete er tief in den Knien.
Deshalb konnte er keinen von beiden mit einem dreifachen Toeloop kombinieren, sondern lediglich den zweiten mit einem doppelten. Dies war umso bitterer, als er die Kombination Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop im Einlaufen einmal mehr sauber gestanden hatte.
Auch künstlerisch nicht voll überzeugt
Auch diese Fehler hätten noch zur Bronzemedaille gereicht, da Takahashi beim Vierfach-Toeloop stürzte. Aber Lambiel erhielt auch beim Dreifach-Lutz und beim Dreifach-Rittberger Abzüge für die Ausführung.
Künstlerisch konnte der neunfache Schweizer Meister bei seiner Kür zur Musik «La Traviata» von Giuseppe Verdi ebenfalls nicht wie gewohnt überzeugen, weshalb er bei den Programmkomponenten weniger Punkte als Takahashi bekam. «Ich bin traurig und enttäuscht», sagte Lambiel.
Gold für fehlerfreies Programm
Lysacek riskierte wie erwartet keinen Vierfach-Sprung, dafür gelang ihm ein nahezu fehlerfreies Programm mit acht Dreifachen.
Pluschenko stand zwar zu Beginn seiner Kür die Kombination Vierfach-Dreifach, doch trat er bei den Sprüngen nicht so sicher wie gewohnt auf, was ihn letztendlich - um 1,31 Punkte - den Olympiasieg kostete. (luek, sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
