(Keystone)
Kanada - ein gutes Pflaster für die Schweiz
Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver kann mit einem Blick zurück noch gesteigert werden. Denn an Winterspiele in Kanada denkt die Schweiz ausserordentlich gerne zurück. Ein Überblick über die erfolgreichsten Winter-Olympiaden für das Schweizer Team:
1. Calgary 1988
Mit 15 Medaillen - 5 in jeder Farbe - kehrten Vreni Schneider (Bild, links), Pirmin Zurbriggen, Maria Walliser (Bild rechts) und Co. aus Kanada zurück. Alleine 3 Goldene, 4 Silberne und 4 Bronzene fuhren die Skifahrer ein - die beste Schweizer Ski-Generation aller Zeiten überzeugte ein Jahr nach dem Abräumer an der Heim-WM in Crans (8 Mal Gold) auch an Olympia.
Dazu gab es sensationelle Medaillen in der Nordischen Kombination und im Langlauf sowie das beinahe obligate Bob-Gold.
2. Torino 2006
Fast so erfolgreich wie in Kanada agierten die Schweizer vor vier Jahren in Turin. Erfolgreichste Vertreter von Rot-Weiss waren die Snowboarder mit vier der insgesamt 14 Medaillen. Wer erinnert sich nicht an Tanja Friedens Fahrt zu Boardercross-Gold an der gestürzten Amerikanerin Jacobellis vorbei?
An den Parallel-Riesenslalom-Final, den die Schoch-Brüder unter sich ausmachten? An Stéphane Lambiels Tränen nach seinem Silber-Gewinn? An Martina Schilds Abfahrts-Silber, 58 Jahre nach dem Olympiasieg ihrer Grossmutter Hedy Schlunegger?
3. Salt Lake City 2002
Eine weitere gute Erinnerung an nordamerikanische Winterspiele: 11 Medaillen gab es für die Schweiz in Salt Lake City. Dabei überstrahlte Simon Ammann mit seinem Doppelsieg auf der grossen und kleinen Schanze alles.
Beinahe gingen darob die grossartigen Leistungen der Curler(-innen), Bobfahrer oder Langläuferinnen vergessen. Letztere holten sensationell Staffel-Bronze. Nur die Skifahrer mussten unten durch: Sonja Nef rettete mit Bronze im Riesenslalom die Ehre der Schweizer Skicracks.
4. Sapporo 1972
10 Medaillen, darunter viermal Gold, gab es für die Schweiz im fernen Japan. Doppel-Olympiasiegerin Marie-Theres Nadig sowie Bernhard Russi und Roland Collombin mit einem Schweizer Doppelsieg in der Abfahrt waren die herausragenden Athleten der «Goldenen Tage von Sapporo», denen nicht zuletzt der spätere Bundesrat Adolf Ogi seinen politischen Aufstieg verdankte.
Für eine Sensation sorgte die Langlauf-Staffel: Schlussläufer Edi Hauser rang in einem eindrücklichen Schlussspurt die vermeintlich übermächtigen Schweden nieder und holte Bronze.
5. St. Moritz 1948
10 Medaillen gewann die Schweiz bei den ersten Olympischen Spielen nach dem 2. Weltkrieg, an denen Deutschland und Japan nicht teilnehmen durften. Auch sowjetische Athleten waren nicht dabei. Einziger zweifacher Medaillengewinner der Gastgeber war Karl Molitor (Bronze Abfahrt, Silber Kombination).
Im Zweierbob feierten die Schweizer einen Doppelsieg. In einem skandalumwitterten Eishockey-Turnier (die Spiele der USA kamen wegen eines Streits um den Profi-Status nicht in die Wertung) holte sich die Schweizer Nationalmannschaft hinter Kanada und der Tschechoslowakei die bronzene Auszeichnung.
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20. Innsbruck 1964
Als Debakel für die Schweiz gingen die Spiele in Innsbruck in die Annalen ein: Für die 77 aus der Schweiz angereisten Sportlerinnen und Sportler gabe es keine einzige Medaille.
Edelmetall noch am nächsten kam Skifahrer Josef Minsch, der Abfahrts-Bronze nur um sechs Hundertstel verpasste. Ebenfalls den 4. Rang belegte Willy Favre im Riesenslalom.
Die Eishockey-Nati ging im Finalturnier regelrecht unter: 7 Spiele, 7 Niederlagen (darunter ein 0:15 gegen die Sowjetunion), eine Tordifferenz von -48. (pet, sf/boe)
