Curling-Bronze für die Schweiz
Grosse Freude bei Stöckli, Strübin, Eggler und Hauser (v.l.). (Keystone)
Die Schweizer Curling-Delegation hat ihre letzte Medaillenchance in Vancouver genutzt. Das Team von Skip Markus Eggler gewann das Spiel um Bronze gegen Schweden (Niklas Edin) 5:4.
Simon Strübin, Markus Eggler, Jan Hauser und Ralph Stöckli lieferten den jungen Europameistern aus Schweden einen packenden und hochstehenden Match mit vielen dramatischen Wendungen.
Stöckli läuft zu Höchstform auf
Zuletzt lastete alles auf den Schultern der Schweizer Nummer 4 Ralph Stöckli. Er hatte die Aufgabe vor sich, von der jeder Curler träumt und die er sich in Gedanken hundert Mal vorstellt: den letzten Stein an einem Olympia-Turnier in die Mitte des Hauses spielen. Als sein Stein schliesslich um wenige Zentimeter besser zu liegen gekommen war als der schwedische, war Stöckli der Letzte, der die Arme zum Jubel emporstreckte.
Er hatte nichts davon mitbekommen, er war weitab vom Haus geblieben und durfte nicht richtig hinschauen. In diesen wenigen Sekunden würde sich entscheiden, ob sich die vierjährige Aufbauarbeit des Teams gelohnt hat. Erst der Jubel der Teamkollegen gab ihm die Gewissheit: Die Arbeit hatte sich gelohnt. Stöckli durfte sich umarmen lassen und mitjubeln.
Curling-Medaille schon fast ein Muss
Damit bleibt das Schweizer Curling auch an den vierten Olympischen Spielen seit 1998 erfolgreich. In Nagano wurde Patrick Hürlimann Olympiasieger, in Salt Lake City 2002 schauten Silber (Luzia Ebnöther) und Bronze (Andreas Schwaller) heraus, in Turin 2006 nochmals Silber (Mirjam Ott). Markus Eggler hat nun wie Mirjam Ott zwei Olympia-Medaillen in der Sammlung; 2002 spielte er als Nummer 2 im Team von Andreas Schwaller.
«Ich spüre eine riesige Freude», sagte Ralph Stöckli. «Jetzt hat es endlich gereicht.» Stöckli persönlich hatte nach seinem zweiten WM-Rang von 2003 verschiedene Enttäuschungen erleben müssen. Als Skip des St. Galler Teams wurde er in Torino 2006 Fünfter, mit der aktuellen Crew von Basel Regio verpasste er als Vierter zweimal WM-Medaillen.
Weltklasse-Wert für Stöckli
«Ich bin sehr stolz, ein Teil dieses Teams zu sein», sagte Markus Eggler und hob Stöcklis Leistung besonders hervor: «Es ist fantastisch, wie Ralph in diesem Turnier aus seinem Tief herausgekommen ist. Die letzten sechs Spiele hat er auf einem unglaublich hohen Niveau gespielt.» Im Bronzespiel ermittelten die Statistiker für Stöckli den Weltklasse-Wert von 92 Prozent an gelungenen Steinen. (pet, si)
