Leuenberger: «Nicht versessen auf das Präsidium»
Leuenberger will nicht zum dritten Mal Bundespräsident werden. (Keystone)
Er wolle seine Amtszeit mit zwei grossen Ereignissen, dem Durchstich am Gotthard und dem Klimagipfel in Cancun abrunden, erklärt Leuenberger gegenüber Schweizer Radio. Was er nach dem Rücktritt tun wird, wisse er noch nicht.
Schweizer Radio DRS: Herr Bundesrat Leuenberger, Sie haben gesagt, Sie würden bleiben, bis die Gletscher wieder wachsen. Das ist an einem solch heissen Tag wohl nicht der Fall. Wieso gehen sie wirklich?
Moritz Leuenberger: Ich kann dieses Jahr meine Arbeit mit zwei wichtigen Ereignissen abrunden und vollenden. Das erste ist der Durchstich am Gotthard. Das ist ein sehr grosses, um nicht zu sagen ein Weltereignis. Es zeigt unsere Verkehrspolitik sowie unseren Beitrag zur EU. Das zweite ist der Klimagipfel von Cancun. Hier sind die Schweiz, und auch ich persönlich sehr engagiert. Wenn diese zwei Ereignisse vorbei sind, ist es Zeit zu gehen.
Schweizer Radio DRS: Wollten Sie mit Blick auf die vergangenen schwierigen Jahre im Bundespräsidium einfach nicht mehr Bundespräsident sein?
Leuenberger: Ich finde es nicht unbedingt nötig, dass jemand drei Mal Bundespräsident ist. Das wäre ein Rekord um des Rekordes willen. Darauf war ich nicht versessen. Auch die Arbeit im Departement kann einen sinnvollen Abschluss bilden.
Schweizer Radio DRS: Die Journalisten werden nun Ihre Arbeit bilanzieren. Welches Etikett dürfen wir Ihnen anhängen?
Das Etikett von einem, der ein Nachhaltigkeitsdepartement aufgebaut und sehr vergrössert hat, und hier eine konstante Verkehrs- und Umweltpolitik mit Beginn einer ökologischen Steuerreform - Stichwort LSVA, CO2-Abgabe - einleitete.
Schweizer Radio DRS: Das Etikett «Liberalisierungsminister» wurde Ihnen bereits angehängt, reissen Sie dieses nun ab.
Leuenberger: Ganz zu Beginn meiner Tätigkeit wurden Post und Telekommunikation liberalisiert, dann auch der Strom. Das liegt alles aber schon längere Zeit zurück und hat sich im grossen und ganzen gut bewährt. Ich habe diese Liberalisierungen aber nicht als meine Hauptarbeit angesehen - umso mehr, als das alles ja schon zuvor eingeleitet worden war.
Schweizer Radio DRS: Sie sind einer, der gerne mit der Ironie spielt. Für welche lustigen Dinge werden sie sich ab nächstem Jahr Zeit nehmen?
Leuenberger: Das weiss ich noch nicht. Ich arbeite jetzt immerhin noch ein halbes Jahr. Man kann sich während der Arbeit, bevor der Rücktritt bekannt ist, nicht um das Nachher kümmern. Das würde sofort publik. Vielleicht kann ich mir in den Sommerferien den einen oder anderen Gedanken dazu machen. (luek, eicg)
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