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Freitag, 10.2.2012

Lumengo doch kein Wahlfälscher

Der frühere SP-Nationalrat Ricardo Lumengo hat keine Wahlfälschung begangen, als er Wahlzettel für Migranten ausfüllte. Das Bundesgericht hat den Freispruch des bernischen Obergerichts bestätigt. Lumengos Politkarriere ist trotzdem beendet.

Ricardo Lumengo gewinnt vor Bundesgericht. (Keystone)

«Der Freispruch ist eine Bestätigung meiner Unschuld»

Ricardo Lumengo, der erste schwarze Nationalrat, hat definitiv keine Wahlfälschung betrieben. Zu diesem Schluss kommt das Bundesgericht. Es weist die Beschwerde der bernischen Generalstaatsanwaltschaft ab.

Beitrag aus Rendez-vous vom Freitag, 10.2.2012, 12.30 Uhr

Ricardo Lumengo kann aufatmen. Eine Beschwerde der Generalstaatsanwaltschaft wurde vom höchsten Schweizer Gericht abgewiesen. «Das ist die Bestätigung, dass ich unschuldig bin», so Ricardo Lumengo gegenüber Schweizer Radio DRS.  Bereits das Obergericht war zum Schluss gekommen, dass Lumengos Verhalten zwar den Tatbestand des Stimmenfangs erfülle. Dieser weniger gravierende Vorwurf sei aber verjährt.

Lumengo wollte nur helfen
Vor den Grossratswahlen 2006 hatte Lumengo 44 Wahlzettel eigenhändig ausgefüllt. Er beteuerte stets, dass er staatspolitisch wenig beschlagenen Immigranten helfen wollte. Nach Ansicht des Bundesgerichts beging der frühere SP-Politiker damit keine Wahlfälschung, wie aus dem am Freitag publizierten Urteil hervorgeht.

Das blosse Ausfüllen eines Wahlzettels habe ja noch keine Konsequenzen zur Folge. Die von Lumengo beratenen Personen seien frei gewesen, die Wahlzettel tatsächlich so abzuschicken oder aber durch neu ausgefüllte Wahlzettel zu ersetzen. Dieser letzte entscheidende Schritt sei somit durch die Wahlberechtigten selber erfolgt, beschied das Bundesgericht im Einklang mit der Vorinstanz.

Nationale Polit-Karriere beendet
Eine Bieler Einzelrichterin hatte Lumengo im Herbst 2010 wegen Wahlfälschung verurteilt. Dieses Urteil ist nun juristisch endgültig aus der Welt geschafft, hatte aber einschneidende Konsequenzen für Lumengos Polit-Karriere. Denn seine damalige Partei, die SP, drängte ihn nach dem erstinstanzlichen Urteil zum Rücktritt als Nationalrat. Lumengo widersetzte sich der Forderung und trat stattdessen aus der SP aus. Zu den Wahlen 2011 trat er auf der Liste der Sozial-Liberalen Bewegung an, verpasste die Wiederwahl aber deutlich.

Der 49-jährige Lumengo lebt als Jurist in Biel. Er war 2007 der erste dunkelhäutige Nationalrat der Schweiz. In die Schweiz gekommen war er 1982 als Asylbewerber aus dem Bürgerkriegsland Angola. (saua, sda)

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Freitag, 14.10.2011

«Fall Lumengo» kommt vor Bundesgericht

Der Vorwurf der Wahlfälschung gegen den Berner Nationalrat Lumengo ist noch nicht vom Tisch. Nach einem Freispruch der zweiten Instanz zieht die Anklage den Fall weiter. Nun muss das Bundesgericht ein abschliessendes Urteil finden.   Mehr


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