Strompreis steigt 2011 weniger stark
Der Strompreis für Haushalte und Gewerbebetriebe steigt im nächsten Jahr im Durchschnitt um rund 2 Prozent für Private und um 3 bis 4 Prozent für Unternehmen. Dies teilte die Eidgenössische Elektrizitäts-Kommission (Elcom) mit.
Strombranche prognostizierte 4 Prozent
Für einen Haushalt in einer 2-Zimmer-Wohnung mache dies im Schnitt 10 Franken mehr im Jahr aus, präzisierte Elcom-Präsident Carlo Schmid gegenüber Schweizer Radio DRS. Für eine 5-Zimmer-Wohnung mache das rund 20 Franken. Für einen typischen Quartierladen betrage der jährliche Aufschlag rund 150 Franken.
Die Strombranche hatte Ende August eine generelle Strompreiserhöhung von 4 Prozent prognostiziert - rund 40 Franken für einen typischen Haushalt. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) stützte sich bei seiner Voraussage jedoch auf Informationen von lediglich 23 Stromversorgern.
Moderatere Erhöhungen als 2009
Elcom-Präsident Schmid geht davon aus, dass die Stromrechnung für alle Menschen in der Schweiz nächstes Jahr höher ausfallen wird. Allerdings würden die Preisaufschläge für rund 80 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten «moderater ausfallen als noch vor einem Jahr», ist der Elcom-Präsident überzeugt. 2009 stiegen die Strompreise für die Schweizer Haushalte um durchschnittlich 7 bis 11 Prozent.
Die Erhöhungen würden in den meisten Fällen durch die Energietarife verursacht, die um durchschnittlich 5 bis 8 Prozent gestiegen seien. Die Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes blieben laut Elcom im Schnitt unverändert. Dies gelte auch für die Abgaben an die Gemeinwesen.
Grosse Unterschiede bei Stromproduzenten
Die Tarife der Elektrizitätswerke seien sehr unterschiedlich gestaltet , sagte Schmid weiter. Obschon sie nicht bewilligungspflichtig seien, werde die Elcom die Tarife sorgfältig prüfen und allenfalls Ausreisser ansprechen.
Gemäss Berechnungen der Elcom erhöhen rund 75 Prozent der Stromversorger die Tarife. 20 Prozent der Netzbetreiber senken die Tarife geringfügig. 5 Prozent verändern ihre Tarife im Vergleich zum laufenden Jahr nicht.
Schwieriger Vergleich der Tarife
Ein Vergleich der Tarife ist laut Elcom-Präsident schwierig, weil es grosse betriebliche und regionale Unterschiede gebe. Nach wie vor gebe es ein Ost-West-Gefälle. So ist der Strom in der Romandie und im Espace Mittelland generell teurer als in der Nordostschweiz.
Ausserdem müsse auch nach Art des Stromes und Zeit des Konsums unterschieden werden.
Nicht alle Argumente ziehen bei der Elcom
Teilweise begründen Stromproduzenten ihre höheren Tarife mit hohen Investitionskosten und den steigenden Preisen im Ausland. Dies lässt Elcom-Präsident Schmid nur bedingt gelten. Schliesslich sei auch der Euro gegenüber dem Schweizer Franken gesunken. Damit könne der Strom an den europäischen Börsen billiger bezogen werden als noch diesen Frühling.
Investitionen der Stromproduzenten in die Zukunft wolle die Elcom auf keinen Fall gefährden. Doch auch hier müsse genau hingeschaut werden. (bat, sda)
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