Woerth muss vor Gericht aussagen
Ehepaar Woerth: Trotz politischen Problemen besucht es frohgemut eine Etappe der Tour de France. (Keystone)
Frankreich wird derzeit von einer schweren Regierungskrise erschüttert. Auslöser ist ein Familienstreit um das Milliardenerbe der L'Oréal-Eignerin Liliane Bettencourt. Das Geld der reichsten Frau Frankreichs bringt die ganze Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy in Bedrängnis.
Laut veröffentlichten Ausschnitten von Tonaufnahmen sollen Arbeitsminister Eric Woerth und weitere Politiker der Regierungspartei UMP Geld von Bettencourt erhalten haben. Im Gegenzug hätten sie ihr geholfen, Steuern zu hinterziehen.
Woerth wird zudem eine zu grosse Nähe zu Bettencourt vorgeworfen. Denn während er bis März 2010 als Haushaltsminister für die Verfolgung von Steuersündern zuständig war, arbeitete seine Frau als Finanzberaterin für die Milliardärin.
Eine Vernehmung des französischen Arbeitsministers Eric Woerth soll Licht in die Steueraffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt bringen. Die Regierung in Paris hat einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft zugestimmt.
Madame Woerth bereits vernommen
Woerths Frau Florence wurde bereits am Mittwochmorgen vernommen, wie aus Justizkreisen verlautete. Sie arbeitete bis vor kurzem für die Firma Clymène, die einen Teil von Bettencourts Vermögen verwaltet und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt wird.
Die Ministergattin war bei Clymène für ein Jahresgehalt von 200'000 Euro angestellt gewesen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich ihr Mann dafür eingesetzt hat, dass sie diesen Posten bekam.
Woerth bestreitet alle Vorwürfe
Für Minister Woerth ist die Affäre besonders unangenehm, weil er bis zu seinem Wechsel ins Arbeitsministerium vor einem Jahr Haushaltsminister und damit auch für den französischen Fiskus zuständig war.
Wegen der Arbeit seiner Frau für Bettencourt sieht er sich dem Verdacht ausgesetzt, die Steuertricks der Milliardärin gedeckt zu haben. Woerth hat entsprechende Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.
Arbeitsminiter gibt sich gelassen
Er sehe der geplanten Vernehmung gelassen entgegen, sagte Woerth am Dienstag. Zugleich widersprach er Aussagen des ehemaligen Vorgesetzten seiner Frau, der Minister selbst habe auf die Einstellung Florence Woerths bei Clymène gedrungen. (pet, sda/dpa/ddp)
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