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Letztes Update: Montag, 30.8.2010

Weitere Grossstadt in Pakistan überflutet

Die Flut im Süden Pakistans hat weiter riesige Landstriche verwüstet. Nun ist auch die Stadt Sujawal mit 250'00 Einwohnern überschwemmt. Präsident Gilani kritisiert, die Hilfe komme nicht bei den Bedürftigen an.

Die Flüchtenden tragen ihre ganze Habe durch die Fluten. (Keystone)

Karte: Flut in Pakistan

Nach einem Dammbruch am Indus hat das Hochwasser in Pakistan auch die Stadt Sujawal im Süden überschwemmt und bedroht nun die nahe Grossstadt Thatta. Verzweifelt versuchten die Behörden, die Wassermassen mit Behelfsdämmen aus Steinen und Lehm aufzuhalten. Wieder flüchteten Hunderttausende Menschen vor den Fluten.

Einwohner geflüchtet
Nahezu alle 250'000 Einwohner von Sujawal konnten die Stadt rechtzeitig verlassen, bevor das durch einen zwei Tage zuvor gebrochenen Damm strömende Wasser hereinbrach, wie Hadi Baksh von Katastrophenschutz der Provinz Sindh berichtete. Die Stadtverwaltung versuche den Schaden zu begrenzen, doch das Wasser stehe im Zentrum schon 1,50 Meter und in den Dörfern ringsum schon drei Meter hoch, sagte ein Sprecher.

Notdämme sollen Versorgung sichern
Gefährdet war auch die 25 Kilometer entfernte historische Stadt Thatta, wo die örtlichen Katastrophenschützer ihre Einsatzzentrale haben. Die meisten der rund 350'000 Einwohner haben sich bereits auf höher gelegenem Gelände in Sicherheit gebracht. An der teils bereits überfluteten Verbindungsstrasse zwischen Sujawal und Thatta versuchten die Behörden in aller Eile notdürftig Dämme aufzuschütten, um Thatta zu schützen, berichtete Baksh: «Wir versuchen unser Bestes.»

Kein Trinkwasser, keine Nahrung, keine Zelte
Die meisten Flüchtlinge aus Sujawal und Thatta gingen auf einen Hügel ausserhalb von Thatta, auf dem sich ein grosser muslimischer Friedhof befindet. Baksh schätzte, dass eine halbe Million Menschen dort kampieren. Die meisten hätten keinerlei Schutz, und sie brauchten dringend Wasser und Nahrung.

«Wie Bettler behandelt»
Aus Protest gegen die unzulängliche Versorgung mit Hilfsgütern blockierten Flutopfer in Thatta am Samstag eine Strasse. Die Helfer «behandeln uns wie Bettler», klagte eine 80-Jährige. «Sie werfen einfach mit der Nahrung. Es ist entwürdigend.» Die Hilfsgüter werden häufig von Lastwagen in die Menge geworfen. Viele Bedürftige gehen so leer aus.

Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe durch heftigen Monsunregen im Norden sind weite Landstriche Pakistans überflutet, mehr als eine Million Häuser zerstört und mehr als acht Millionen Menschen auf Soforthilfe angewiesen.

Gilani kritisiert NGO
Muslimische Länder, Organisationen und Einzelpersonen haben fast eine Milliarde Dollar für die Flutopfer in Pakistan zugesagt, wie die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) erklärte.

Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani kritisierte am Sonntag Spenden an Nichtregierungsorganisationen (NGO). Er sagte auf einer Pressekonferenz in seiner Heimatstadt Multan, 80 Prozent dieser Hilfe komme nicht bei den Bedürftigen an. Stattdessen solle das Geld direkt an seine Regierung gehen.

Schweizer Hilfe kommt an
Der Vizechef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) Toni Frisch ist nach Pakistan gereist, um sich selber ein Bild von der Situation zu machen. «Die Hilfe aus der Schweiz kommt mit Sicherheit an. Wir haben rund 20 Leute die vor Ort Hilfsgüter verteilen und Zelte montieren. Diese Hilfe wird zweifellos kontrolliert und gelangt garantiert vor Ort», versicherte Frisch gegenüber Schweizer Radio DRS. (luek/rend/ruem, ddp/reuters)

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Wirtschaftliche Folgen der Flut in Pakistan

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