Wieder Bohrinsel im Golf von Mexiko explodiert
Erneut ist im Golf von Mexiko eine Erdölplattform explodiert und in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der US-Küstenwache konnten sich alle 13 Arbeiter in Sicherheit bringen. Sie seien von einem Schiff in der Nähe aufgenommen und auf eine benachbarte Plattform gebracht worden. Nach Angaben der Küstenwache wurde ein Arbeiter verletzt. Schiffe, Flugzeuge und Helikopter seien unterwegs zur Unglücksstelle.
Nach Angaben der Küstenwache wurde in der Nähe der Plattform ein etwa 1,5 Kilometer langer Ölschleier entdeckt, der auf dem Wasser treibt. Das Ausmass des Schadens und der Verschmutzung ist bislang aber völlig unklar. Die Küstenwache hat mehrere Hubschrauber und Schiffe zu der Plattform geschickt, die sich rund 140 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana befindet.
Erinnerungen an BP-Desaster
Die Förderplattform ist mehrere hundert Kilometer von der Stelle entfernt, an der am 20. April die vom britischen Ölriesen BP betriebene Plattform «Deepwater Horizon» explodiert war.
Die Explosion der BP-Plattform hatte zur grössten Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten geführt. Erst Mitte Juli konnte das austretende Öl gestoppt werden. Bis dahin waren schätzungsweise 660'000 Tonnen Ö ins Meer geflossen. BP bereitet zurzeit die endgültige Versiegelung des Ölreservoirs etwa 4000 Meter tief im Meeresboden vor.
Vernetzte Ölbranche
Die nun explodierte Plattform gehörte nach Medienberichten dem Unternehmen Mariner Energy, das vor allem im Golf von Mexiko tätig ist. Die Ölbranche ist eng verwoben: Mariner wird gerade in einem 2,7 Milliarden Dollar schweren Geschäft vom Rivalen Apache geschluckt. Apache wiederum hat auch BP mehrere Öl- und Gasfelder für 7 Milliarden Dollar abgekauft. Mit dem Geld bezahlt der britische Konzern die Schäden der Ölpest. (ank, dpa/ap)
