Wegen der extremen Kälte steigen die Heizölpreise
Schnee und Eis bestimmen das Leben auch in Bulgariens Hauptstadt Sofia. (Reuters)
Die Kältewelle hält auch nach knapp eineinhalb Wochen an. Die Temperaturen verharren deutlich im Minusbereich. Wegen der kalten Temperaturen arbeitet der TCS auf Hochtouren: Batterien machen schlapp und Türschlösser sind eingefroren. Mehr
Eisschollen auf der Donau, Extremfrost in Osteuropa und weitere Kältetote: So starben in Italien seit Anfang Februar mindestens 40 Menschen. Bitterkalt war es in der Ukraine und Russland: Mit bis zu minus 28 Grad war die Nacht zum Mittwoch die bislang kälteste im Gebiet Moskau in diesem Jahr. Das Gesundheitsministerium in der Ukraine gab die Zahl der Kältetoten weiter mit mindestens 135 an, die meisten waren Obdachlose. Mehr als 2400 Menschen liegen mit Erfrierungen in Krankenhäusern.
Auch in Deutschland gab es zweistellige Minusgrade: Am kältesten war die Nacht im bayerischen Oberstdorf mit minus 23 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Die Kältewelle in Europa trieb den Heizölpreis in Deutschland auf den höchsten Stand seit Sommer 2008.
Schifffahrt in Bulgarien lahmgelegt
Dicke Eisschollen legten die Schifffahrt auf der Donau in Bulgarien lahm. Der Fluss sei bei der Donaustadt Russe sowie weiter östlich zu 90 Prozent zugefroren, teilte die bulgarische Donaubehörde mit.
Nach Medienberichten erfroren bislang mindestens elf Menschen. Wegen Treibeises war auch die Elbe seit Dienstagabend von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg komplett für den Schiffsverkehr gesperrt.
Erfroren, Herzinfarkt erlitten oder verunfallt
Unter den Opfern in Italien sind Obdachlose, die erfroren sind, aber auch Menschen, die beim Schneeschippen einen tödlichen Herzinfarkt erlitten haben oder bei Unfällen auf eisglatten Strassen starben, wie der Mailänder «Corriere della Sera» berichtete.
Während es kalt bleibt und es von Freitag an wieder schneien soll, werden in Italien Obst und Gemüse knapp.
Heizungen ausgestiegen, Schulen geschlossen
In Russland waren im Januar offiziellen Angaben zufolge 64 Menschen erfroren. In Rumänien starben seit Ausbruch des Extremfrosts 41 Menschen, landesweit blieben zahlreiche Schulen geschlossen, weil Heizungen nicht funktionierten und Strassen nicht zu befahren waren. Mindestens 68 Opfer der Kälte hatte es in Polen gegeben.
In Tschechien erreichte die Zahl der Toten inzwischen 20. Unter Wintersmog litten die Bewohner der mährisch-schlesischen Industrieregion. Die Feinstaub-Belastung erreichte am Morgen das Doppelte des Richtwerts. Der vor anderthalb Wochen ausgerufene Smogalarm verpflichtet Betriebe, ihre Produktion und damit den Schadstoffausstoss zu senken.
Kälterekord in Tschechien erwartet
Einen erneuten Kälteeinbruch erwarten die Meteorologen in Prag am Wochenende. Dann könnte der Kälterekord von minus 42,2 Grad aus dem Jahr 1929 geknackt werden. (basn, dpa)
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