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Dienstag, 7.9.2010

Millionen protestierten gegen Sarkozy

Über eine Millionen Menschen gingen in ganz Frankreich auf die Strasse und protestierten gegen die geplante Rentenreform von Präsiden Sarkozy. Zahlreiche Flug- und Bahnverbindungen fielen aus.

Allein in den Strassen der Hauptstadt protestierten Tausende gegen die Rentenreform. (Keystone)

Sarkozy und die Liebe zum Geld

Der Unmut gegen Sarkozy ist lautstark,  doch kann die Opposition daraus wirklich Kapital schlagen? Da gebe es keinen Zweifel, sagt  Laurent Joffrin. Er war früher Chefredaktor des Wochenmagazins «Nouvel Observateur» und ist heute Chef der linksliberalen Tageszeitung «Libération». «Wären heute Wahlen, Sarkozy würde fast in jeder Kombination geschlagen. Er zahlt den Preis der Nähe dieser Regierung zur Geldelite - seine zur Schau gestellten Freundschaften mit den Reichen», sagt Joffrin im Gespräch mit Philipp Scholkmann. 

Hören

Mit massiven Protesten machen die Gewerkschaften in Frankreich Front gegen das wichtigste Reformwerk von Präsident Nicolas Sarkozy: die Erhöhung des Rentenalters auf 62 Jahre. Mehr als eine Million Menschen beteiligten sich landesweit an Streiks und Demonstrationen.

Flüge gestrichen, Züge ausgefallen
Flug- und Bahnreisende mussten ausfallende Verbindungen und Verspätungen hinnehmen. An den Flughäfen in Zürich, Basel und Genf wurden rund zwei Dutzend Flüge von und nach Frankreich gestrichen. Gestreikt wurde auch im öffentlichen Dienst, in den Spitälern, an den Schulen, bei den öffentlich-rechtlichen Medien sowie in Banken und der Industrie.

Bisher grösste Aktion
Das Innenministerium schätzte die Zahl der Demonstranten am Abend auf 1,1 Millionen und räumte damit ein, dass die Beteiligung deutlich grösser war als bei den vorherigen Aktionstagen. Nach Angaben des grössten französischen Gewerkschaftsbundes CFDT kamen zu mehr als 200 Veranstaltungen im ganzen Land insgesamt 2,5 Millionen Menschen. In den nächsten Tagen soll über weitere Aktionstage entschieden werden.

Gegen Rentenalter 62
Die Proteste richten sich gegen die geplante schrittweise Anhebung des Mindestalters für den Renteneintritt von derzeit 60 auf 62 Jahre bis 2018. Wer mindestens 40,5 Jahre Rentenbeiträge gezahlt hat, kann derzeit in Frankreich mit 60 Jahren ohne Kürzung in die Rente gehen. Wer künftig die volle Rente haben will, muss ein Jahr länger in die Kasse einzahlen.

Woerth verteidigt Reform
Arbeitsminister Woerth sprach vor der Nationalversammlung von einer mutigen und vernünftigen Reform. Die Regierung will das Projekt zügig durchziehen und bereits Ende Oktober endgültig verabschiedet haben.

Präsident Nicolas Sarkozy hat die Reform zum wichtigsten Projekt seiner verbleibenden Amtszeit erklärt. Sie gilt als entscheidendes Projekt, an dessen Erfolg Sarkozy bei seiner möglichen Wiederwahl 2012 gemessen werden dürfte.

Banken stärker besteuern
Nach Ansicht der Gewerkschaften und Teilen der Opposition gibt es andere Möglichkeiten, die Milliardenlöcher in der Sozialkasse zu stopfen. Unter anderem könnten die Kapitaleinkünfte und Gewinne von Banken stärker besteuert werden, hiess es.

«Das Rentenalter zu erhöhen ist die ungerechteste Massnahme», sagte die Chefin der grössten Oppositionspartei PS, Martine Aubry. Wenn das System nicht geändert wird, befürchten Rentenexperten, dass 2050 in der Rentenkasse zwischen 72 und 114 Milliarden Euro fehlen. (rend/bat, sda/afp/dpa/reuters)

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Donnerstag, 24.6.2010

Frankreich im Streik gegen Rentenreform

Mit dem bisher grössten Streiktag gegen die Rentenreform haben die französischen Gewerkschaften den Druck auf Staatschef Sarkozy erhöht. Bis zu zwei Millionen Beschäftigte gingen auf der Strasse.  Mehr


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