Langläufer bleiben im Neuschnee stecken
Dario Colognas Material hat am Samstag in Davos versagt. (Keystone)
Von Sportredaktorin Rachel Murith
Das Schweizer Langlauf-Team hat ein durchzogenes Wochenende hinter sich - am Sonntag gab es beim Heimrennen in Davos zwei gute Top-10-Plätze - am Samstag dagegen ein Debakel. Die Schweizer kamen im 30 Kilometer-Rennen einfach nicht voran, sogar wenn es bergab ging, hatte man den Eindruck.
Langlauf-Skis den perfekten Schliff zu geben und danach den richtigen Wachs zu wählen ist eine Wissenschaft für sich. Schnee ist eine lebendige Materie, die Struktur kann sich innert Minuten verändern - und genau dann entscheidet sich häufig ob ein Langläufer gutes oder schlechtes Material an den Füssen hat.
Die Suche nach dem richtigen Schliff
Bei den Schweizern war es am Samstag definitiv schlecht. Der Chef des Schweizer Service-Teams Roger Wachs hatte bereits vor dem Rennen kein gutes Gefühl. Man habe einfach den richtigen Schliff nicht gefunden, erklärt er das Problem.
Bereits in Oslo an der Weltmeisterschaft hatten die Schweizer Mühe mit den Schneeverhältnissen und nun wieder in Davos. Der Heimvorteil kann - zumindest was das Material betrifft - nicht ausgespielt werden.
Zu wenig Zeit für Tests
Das Problem sei der Neuschnee: Man wisse seit längerem, dass man auf frisch gefallenen Schnee nicht angemessen reagieren könne. Innerhalb von 24 Stunden beginne sich dieser Neuschnee zusätzlich noch zu transformieren, was schlifftechnisch zusätzlich schwierig sei. «Wir haben einach zu wenig Zeit, einen Schnee zu testen.»
Um dieses Problem zu lösen braucht es mehr Tests - und mehr Personal. Swiss Ski hat bereits reagiert und das Service-Team um zwei Personen aufgstockt. Im Januar gibt es zudem eine neue Schleifmaschine.
Zusätzlich werden die Schweizer ab nächster Saison mit einem eigenen Servicewagen unterwegs sein. Das Problem scheint also erkannt zu sein. Nun gilt es, Debakel wie jenes in Davos am verganenen Wochenende künftig zu verhindern.
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