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Sonntag, 14.3.2010

China sperrt sich gegen Aufwertung des Yuan

Ministerpräsident Wen Jiabao hat Forderungen westlicher Staaten nach einer Aufwertung der chinesischen Landeswährung Yuan eine Absage erteilt.

Obama startet eine Export-Initiative

Eben erst bekräftigte US-Präsident Barack Obama seine Pläne, die Exporte seines Landes kräftig anzukurbeln - innert fünf Jahren sollen sich die Ausfuhren verdoppeln. Dass das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab - unter anderem vom Kurs des Yuan.

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China zeigt keine Nachgiebigkeit im Währungsstreit um die Bewertung des Yuan. «Wir glauben nicht, dass der Yuan unterbewertet ist», sagte Ministerpräsident Wen Jiabao bei dem vielbeachteten Treffen mit Journalisten, das jedes Jahr den zehntägigen Volkskongress beschliesst und die Leitlinien der chinesischen Politik aufzeigt.

Die Aufforderung der USA und andere grosser Industrienationen, die chinesische Währung aufzuwerten, sei nicht hilfreich. Die Bemühungen Chinas, den Yuan stabil zu halten, hätten im Gegenteil wesentlich zur Erholung der Weltwirtschaft beigetragen.

Protektionsvorwurf an die Adresse der USA
Wen äusserte zugleich Kritik an den USA, allerdings ohne sie namentlich anzusprechen: «Ich verstehe nicht, warum Länder ihre Währung abwerten, um den Export zu fördern, und dann andere Länder zwingen wollen, ihre Währung aufzuwerten. Meiner Ansicht nach ist das Protektionismus.»

China hat den Yuan Mitte 2008 de facto an den Dollar gekoppelt, um angesichts der schweren weltweiten Rezession seine Exportwirtschaft zu stützen. Die USA und andere Länder werfen dem Land vor, sich mit dem Währungsmanöver ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen.

Yuan um bis zu 40 Prozent überbewertet
Erst vor ein paar Tagen erneuerte US-Präsident Barack Obama die Kritik an China und forderte einen marktorientierten Yuan-Kurs. Einige US-Politiker halten den Yuan um bis zu 40 Prozent unterbewertet.

Zuletzt erklärte US-Senator Charles Schumer, er sähe keinen Grund, warum die USA die Volksrepublik nicht als Währungsmanipulator bezeichnen sollte. Die Entscheidung über die Wortwahl für den halbjährlichen Bericht des Finanzministeriums soll am 15. April fallen.

Sorge um Stabilität des Dollars
Wen zeigte sich davon unbeeindruckt und äusserte vielmehr Sorgen über die Stabilität des US-Dollars. «Wir können uns bei unseren Investitionen keinen Fehltritt erlauben. Die Schulden der USA werden durch die US-Regierung abgesichert. Ich hoffe, dass die USA konkrete Massnahmen einleiten, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.»

Tatsächlich hält China US-Staatsanleihen im Wert von rund 895 Milliarden Dollar und ist damit weltweit der grösste Besitzer von US-Bonds. (haem, reuters/dpa)

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