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Sonntag, 14.3.2010

Berlusconi auf Strasse und vor Gericht zurückgebunden

Italiens Opposition macht mobil: Zehntausende protestierten gestern gegen Berlusconis Wahl-Dekret. Und schliesslich kippte das Verwaltungsgericht die Verordnung des Regierungschefs.

Widerstand gegen die Agenda Berlusconi: «Zwei Millionen Arbeitslose, aber Berlusconis einziges Interesse ist es, nicht verurteilt zu werden.» (Keystone)

Ein umstrittenes Wahl-Dekret hat dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi einen schwarzen Samstag beschert. Zuerst gingen in Rom Zehntausende Menschen auf die Strasse, dann erklärte das Oberste Verwaltungsgericht die Verordnung für ungültig.

Kritiker werfen dem Ministerpräsidenten vor, er habe mit dem Erlass die Wahlordnung zugunsten der eigenen Kandidaten verfälschen wollen. Die Opposition hatte deshalb zu einer Grosskundgebung auf der Piazza del Popolo in Rom aufgerufen. Die Polizei meldete 30'000 Teilnehmer, die Organisatoren sprachen von 200'000 Menschen.

«Ja zu Regeln, nein zu Tricks»
Die Demonstration unter dem Motto «Ja zu Regeln, Nein zu Tricks» war vom sogenannten «lila Volk» ausgerufen worden. Dabei handelt es sich um eine Bürgerbewegung, die sich für mehr Transparenz in der Politik einsetzt. Weitere Protestkundgebungen fanden in Mestre, Mailand und Potenza statt.

An der zentralen Kundgebung in Rom nahmen auch die stärksten Oppositionsparteien im Land teil, die Demokratische Partei (PD) und die Gruppierung «Italien der Werte» um Ex-Staatsanwalt Antonio Di Pietro.

Geeinte Opposition
«Hier ist das Italien versammelt, das eine Alternative zu dieser Regierung verlangt», betonte PD-Chef Pierluigi Bersani in seiner Ansprache. «Die Regierung zeigt der ganzen Welt, dass sie nur Berlusconis Interessen vertritt.»

Die Fernsehkanäle seien von der Regierung beeinflusst, die eine einzige Aufgabe habe: Sie beschäftige sich mit den Gesetzen für Berlusconi und seine Vertrauensleute. «Berlusconi ist ein Regierungschef, der alles tut, nur nicht seine Arbeit », sagte Bersani.

«Widerstand gegen den Fernseh-Faschismus» war auf einem anderen Plakat einiger Demonstranten zu lesen. Ein Aktivist der PD trug eine Marionette mit Berlusconis Gesicht, darunter konnte man lesen: «Zwei Millionen Arbeitslose, aber Berlusconis einziges Interesse ist es, nicht verurteilt zu werden.»

Berlusconi kritisiert Kundgebung
«Demonstrationen sind Ausdruck der Demokratie, doch die Kundgebung in Rom ist eine extravagante und widersprüchliche Mischung aus Elementen der schlimmsten Linken», sagte Berlusconi. Seine Anhänger planen am kommenden Samstag eine Grosskundgebung in Rom. (haem, reuters/dpa)

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Donnerstag, 11.3.2010

Berlusconi drückt umstrittenes Justizgesetz durch

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat ein Gesetz durchs Parlament gebracht, mit dem die Prozesse gegen ihn um bis zu 18 Monate verzögert werden können.  Mehr


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